Immer wieder kommt es vor, dass außerhalb der regulären Eingewöhnungszeit im Herbst Kinder aus diversen Gründen (wie z.B. Umzug, nachrücken aus der Krippe uvm.) im laufenden Kindergartenjahr, also „unter der Zeit“, starten.
Selbstverständlich läuft die Eingewöhnung in diesem Fall auch nach unserem einrichtungsspezifischen Eingewöhnungskonzept ab und dennoch unterscheidet sie sich, weil das „neue“ Kind seinen Platz in einer bereits zusammengewachsenen Gruppe finden und einnehmen muss und zwar zu einer Zeit, in der es eben alleine, und nicht wie sonst im Herbst gegeben, gemeinsam mit anderen „neuen“ Kindern starten und ankommen kann.
Wie können wir diesen Prozess gut begleiten und unterstützen?
Indem wir eine/n Pädagogin/en als Bezugserzieher/in einsetzen, der/die sich in den ersten Tagen und Wochen besonders um dieses Eingewöhnungskind kümmert, es begleitet, mit den bereits geschaffenen Strukturen vertraut macht, ihm den Tagesablauf näherbringt, es bei Unsicherheiten unterstützt und stärkt, ihm Spielpartner ist und mit ihm neue Spielkontakte anbahnt. So kann oft rasch ein Bogen geschlagen werden, der das Kind zügig der Restgruppe zuführt und ihm ermöglicht, dort einen guten Platz zu finden und seine individuelle Rolle einzunehmen. Das setzt vom Gruppenteam voraus, dass diese/r Kollegin/e in seinen bisherigen Aufgabenfeldern entlastet wird, um sich seiner Aufgabe als Bezugserzieher widmen zu können.
Eine ähnliche Funktion können im Rahmen ihrer Möglichkeiten auch Patenkinder übernehmen, die das „neue“ Kind im übertragenen Sinne „an die Hand nehmen“ und ihre bereits erworbenen Fähigkeiten und Erfahrungen einsetzen, um dem Kind ein gutes Ankommen in der Gruppengemeinschaft zu ermöglichen.
Ebenso hilfreich ist es, wenn der Tagesablauf im Morgenkreis aufgegriffen und besprochen wird, damit das Kind schnell wiederkehrende Angebote usw. verinnerlicht, was ihm Sicherheit im Alltag gibt.
Eine entscheidende Säule ist natürlich der tägliche Austausch mit den Eltern des Eingewöhnungskindes, die offene und ehrliche Rückmeldung und transparente Kommunikation zwischen Eltern und pädagogischem Personal.
Alles in allem – für alle eine herausfordernde Zeit! In erster Linie für das Kind, das sich trotz aller anfänglichen Unsicherheit in neuer Umgebung zurechtfinden muss, aber auch für den/die Bezugserzieher/in, weil in dieser entscheidenden Phase besonders viel pädagogisches Feingefühl, gute Beobachtung im Alltag und das Wissen um den Stand der Gruppe gefragt ist. Eine anspruchsvolle Aufgabe für alle Beteiligten!