Eingewöhnung im Hort

Hört man das Wort „Eingewöhnung“, denkt man in erster Linie an die ganz Kleinen.
Aber wie wird diese erlebt, wenn man nicht nur durch einen Umzug seine gewohnte Umgebung verlässt, sondern auch einen Platz in einer bereits bestehenden Gemeinschaft finden muss? Der Start in die Sommerferien war aufregend. Nicht bloß das Ende der zweiten Klasse, sondern auch ein Umzug stand bevor. Vieles war plötzlich neu: die Umgebung, die Kinder, die Wege und die täglichen Abläufe. Umso wichtiger war da die „sanfte“ Eingewöhnung in den neuen Hort, noch während der Ferien.

Die Erfahrung zeigt: Eine gute Eingewöhnung beginnt mit einem warmen Empfang. Wenn das Kind persönlich begrüßt und ihm die Zeit gegeben wird, die Räume, Gegebenheiten und Abläufe in seinem Rhythmus zu erkunden, fällt das Ankommen leichter. Das frühe Einbinden in die bestehende Gruppe und die tagesfüllenden Ausflüge halfen dabei, auch erste Freundschaften zu knüpfen. Dieser Prozess wurde aufmerksam und liebevoll begleitet. Die unterschiedlichen Aktivitäten und das gemeinschaftliche Essen schafften Möglichkeiten, in Kontakt zu kommen. Geduld mit sich und dem Kind war in dieser Zeit ein wichtiger Faktor. Es gab Tage, an denen das Kind begeistert von allem erzählte, und andere, an denen alles Gewohnte vermisst wurde. Dabei war und ist ein enger Kontakt mit den Erziehern essenziell, denn nur so konnte entsprechend darauf eingewirkt werden. Der Hort hat in dieser Übergangsphase eine besonders wichtige Rolle eingenommen. Durch die einfühlsame Begleitung und die offene Kommunikation wurde nicht nur dem Kind, sondern auch uns als Eltern Sicherheit gegeben. Es war spürbar, dass auf individuelle Bedürfnisse eingegangen wird und jedes Kind in seinem eigenen Tempo ankommen darf. Nach und nach wich die anfängliche Unsicherheit einer wachsenden Vertrautheit. Aus neuen Gesichtern wurden bekannte Spielpartner, aus ungewohnten Abläufen entstanden Routinen. Der Hort wurde Schritt für Schritt zu einem Ort, an dem sich unser Kind wohlfühlt und gerne Zeit verbringt.

 

Rückblickend zeigt sich, wie wertvoll eine behutsame Eingewöhnung, auch über das Kleinkindalter hinaus, ist. Sie schafft Vertrauen, stärkt das Selbstbewusstsein und legt den Grundstein für eine positive Entwicklung in der neuen Umgebung.

Judith Wingens für den Elternbeirat