Bildungs- und Lerngeschichten

 

Am 08.07. und 09.07.2011 setzten wir uns nochmals intensiv mit dem Thema Bildungs- und Lerngeschichten auseinander.

Margaret Carr in Neuseeland entwickelte die Bildungs- und Lerngeschichten mit dem Ziel, die Lernrelevanz von Bildungsprozessen zu erfassen und zu präzisieren. Aufgrund dieser Bildungs- und Lerngeschichten können Fähigkeiten und Lerndimensionen beobachtet und erfasst werden. Anhand dieser Beobachtungen ist es uns Erzieherinnen möglich, Ansatzpunkte für die Weiterentwicklung und Unterstützung der kindlichen Fähigkeiten zu finden.

Man muss als Erzieher den Defizitblick abschalten und die Lernerfolge des Kindes beobachten.

Es geht darum, nicht nur die Fertigkeiten und Fähigkeiten des Kindes zu entdecken, sondern auch einen Blick hinter diese Fertigkeiten zu werfen und allgemeine Kompetenzen zu erfassen , die eine grundlegende Voraussetzung für die Handlungsfertigkeit eines Menschen sind.

Das Ergebnis sind keine situationsabhängigen Testwerte sondern diese Ergebnisse sind Lerngeschichten,

       die in alltäglichen Situationen entstehen

       die sowohl den Kontext der Handlung als auch die Beziehungen berücksichtigen

       und über die sich Erzieherinnen untereinander sowie mit den jeweiligen Kindern und deren Eltern, also Sie, austauschen können.

Praktisch bedeutet dies für uns im Haus, dass wir das Kind beobachten und genau aufschreiben, was es gerade tut. Wir notieren den Zeitpunkt, den Ort und die Beteiligten. Anschließend werten wir die Beobachtung mit Hilfe der Lerndispositionen aus:

       interessiert und engagiert sein

       beteiligt sein, Wohlbefinden, Vertrauen in die Umgebung

       Standhalten bei Herausforderungen und Schwierigkeiten

       Kommunikation

       Mitwirkung, Verantwortungsübernahme, Kooperation

Eine Anzahl dieser Lerngeschichten werden über einen bestimmten Zeitraum erfasst und als narratives Muster, als eine Form von Erzählung verstanden.

Die Lerngeschichten werden dem Kind vorgelesen und in das eigene Bildungsbuch abgeheftet.

Die Kinder genießen es, ihre Stärken zu hören und durch das Betrachten der Bilder in einen regen Austausch mit dem Personal zu kommen.

Wir können den Bildungsstand Ihres Kindes genau beobachten und  über einen längeren Zeitraum dokumentieren.