Vom Apfel zum Saft – bei den Robben

IMG 2195In den letzten Wochen haben wir uns mit unserem heimischen Apfel beschäftigt. Wie wächst ein Apfel eigentlich? Wann erntet man Äpfel? Was kann man mit ihnen machen? Als uns dann auch noch die Apfelpresse als Leihgabe angeboten wurde, haben wir freudig unser Interesse geäußert und beschlossen, unseren eigenen Apfelsaft zu pressen. Wir haben auch darüber gesprochen, dass ohne Bienen, die die Blüten des Baumes bestäuben, keine Früchte wachsen können. Auf der Suche nach einem prächtigen Apfelbaum in Leitershofen, von dem wir für unseren Saft ernten dürfen, mussten wir leider feststellen, dass dieses Jahr kein gutes „Apfeljahr“ war. Viele Leute, die wir fragten, erzählten uns, dass ihre Obstbäume nur kaum oder gar keine Früchte trugen. Nur einen Tag vor unserem geplanten Äpfel-Sammel-Ausflug bekamen wir die Information von einer Kindergarten-Mutter, dass an ihrem Apfelbaum im Garten viele reife Früchte zum Ernten bereit wären und sie lud uns ein, sie zu pflücken.

Also gingen wir an einem sonnigen Freitag nach dem Mittagessen mit unserem Leiterwagen und einem Apfelpflücker los nach Stadtbergen. Ganz fröhlich haben wir gemeinsam geerntet und unseren Leiterwagen mit saftigen Äpfeln gefüllt. Die großen Kinder kamen selbst an manche Äste heran und die kleineren durften sich mit dem Apfelpflücker abwechseln. Am Ende fiel uns auf, dass der Wagen ganz schön schwer zu ziehen sein würde. Zurück im Hort hatten wir uns eine Stärkung verdient. In unserem Erntedank-Korb lagen noch einige Möhren und Äpfel vom Vortag für uns bereit, die uns gerade recht kamen. Unsere Beute lagerten wir im Hortgarten an einer wettergeschützten Stelle, wo sie in Ruhe darauf wartete, gepresst zu werden. Das war eine richtig harte Arbeit, soviel können wir euch sagen! Nicht nur das Pressen an sich, sondern auch das Hantieren mit den schweren Geräten aus Metall hat uns ganz schön Muskelkraft gekostet. Erst einmal mussten die Äpfel natürlich gewaschen und zerkleinert werden, auch ganz dunkle Stellen und Wurmhöhlen haben wir herausgeschnitten. Damit waren einige Kinder beschäftigt, nachdem wir ja einen ganzen Leiterwagen voller Äpfel hatten. Die wurden in Viertel geteilt und dann in das erste Gerät gefüllt, das einen großen Trichter aus Metall hatte. Wenn man von oben reingeschaut hat, sah man, dass im Inneren viele Messer herausstanden. Wenn man außen an einem Rad gedreht hat -und das mussten 2 Kinder zusammen machen, während 2 Erzieher das Gerät festhielten- drehten sich die Messer und unten kam eine Masse aus zerstückelten Äpfeln heraus. Wir nannten sie liebevoll „Apfelmatsche“ und konnten erkennen, dass sich in dem Topf, in dem wir sie auffingen, unten auch schon einiges an Saft sammelte. Jetzt erst konnten wir pressen! Das klingt leichter als gesagt, denn was beim Entsafter nur ein kurzer Knopfdruck ist, heißt bei der manuellen Presse, dass man den „Apfelbrei“ nach und nach zuerst in einen Jutesack füllen muss. Dieser wird dann in ein rundes Holzfass gelegt. Das Fass hat keinen Boden, sondern steht auf einer Metallwanne mit einem Schlauch dran. Mit einer schweren Steinplatte auf dem Sack und mithilfe eines Wagenhebers kann dann gepumpt werden. Mit jedem Pumpen tritt unten ein bisschen mehr Saft aus. „Juhuuuu!! Der Saft kooommt!“ schrien die Kinder am Ende des Schlauchs. 5 Flaschen naturtrüben Apfelsaft haben wir insgesamt gepresst und waren ganz stolz auf unser Ergebnis! Geschmeckt hat er etwas sauer, aber wir waren uns alle einig, dass jeder Apfel anders schmeckt und da wir keinen Zucker hinzugefügt haben, schmeckte er eben nach purem Apfel- und war besonders gesund! Abgesehen von dem Erlebnis des ursprünglichen Pressens haben wir noch etwas Wichtiges gelernt. Niemand von uns hätte diese Arbeit alleine schaffen können.
Nur, weil wir alle zusammen geholfen haben, haben wir es geschafft!

IMG 2203IMG 2244IMG 2249IMG 2253

AP 2 AP